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IG Warndt- und Rosseltalbahn

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Ziele und Konzepte

Ziel

Die Interessengemeinschaft Warndt- und Rosselbahn hat das Ziel, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Region an der Erhaltung und ggf. dem Aufbau eines schienengebundenen Personen- und Güterverkehrs im Warndt und im Rosseltal zu vertreten und sich dabei als kompetenter und kreativer Ansprechpartner für die kommunale Verkehrspolitik, ÖPNV-Betreiber und sonstige Leistungsträger im Schienenverkehr zu erweisen.

Es geht nicht darum, selbst eine solche Bahnstrecke zu betreiben, sondern darum, bei der Suche nach einem Betreiber / Investor mitzuwirken, dazu Konzepte und Lösungsansätze zu entwickeln und ggf. später den Betrieb in geeigneter Form (z.B. durch Öffentlichkeitsarbeit) zu flankieren.

Motivation

Der Warndt ist von den Folgen des Bergbaus und auch von seinem Ende in der Region besonders betroffen. Es besteht aktuell die Gefahr, dass die Eisenbahn-Trasse im Warndt aufgrund fehlender industrieller Folgenutzung und mangels alternativer Lösungen vorschnell zurückgebaut wird. Das Bergbau-Unternehmen kann nach dem Ende des Kohleabbaus kein Interesse mehr haben, die Kosten für die nicht mehr genutzte Trasse weiter zu tragen. Industrielle Nachnutzer, die die Trasse auslasten könnten, sind derzeit kaum in Sicht.

Der Warndt und das Rosseltal dürfen andererseits nicht hinter anderen saarländischen Regionen (Beispiele: Saarbahn nach Lebach, Saarbahn nach Saargemünd) zurückstehen, wenn sie nicht an Attraktivität als Wohn- und Erholungsgebiet bzw. als Ansiedlungsmöglichkeit für Gewerbe und Industrie einbüßen wollen.

Ausgangslage

Die Eisenbahnstrecke in den Warndt wurde vor etwas über 100 Jahren (1904) als Abzweig der linksseitigen Saarufer-Strecke von Saarbrücken mit Anbindung an die rechte Saarufer-Strecke (bei Bous) von Fürstenhausen über Geislautern nach Großrosseln als Personen- und Güterverkehrsstrecke errichtet (vgl. dazu: Wolfgang Schöpp: „Aus der Geschichte der Rossel- und Warndt-Kohlenbahn“, Völklingen 2001). In den 60er Jahren wurde die Strecke über Emmersweiler nach Karlsbrunn verlängert, um den Kohlentransport des Warndtschachts zu übernehmen, etwa gleichzeitig wurde die gesamte Strecke elektrifiziert.

Durch das Ende des Bergbaus in der Region und insbesondere den Wegfall der Nutzung der Eisenbahnstrecke durch das Bergwerk Warndt-Luisenthal wird in Kürze ein Teil der bestehenden Eisenbahnstrecke und -trasse etwa ab Geislautern bis Emmersweiler / Karlsbrunn nicht mehr für den Güterverkehr benötigt. Der Güterverkehr auf der Schiene wird 2006 auslaufen, nachdem bereits der Abbaubetrieb stillgelegt ist und nur noch die Kohle auf den Halden in Karlsbrunn bzw. Velsen abzutransportieren ist.

Zwar wird der Warndt durch Busse im ÖPNV hinreichend bedient, doch stellt sich im Zusammenhang mit den Folgen des ausgelaufenen Bergbaus die Frage grundsätzlich neu, wie es mit dem Warndt und seiner Infrastruktur weitergehen soll. Insbesondere besteht ein Bedarf zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Mit den Konsequenzen des ausgelaufenen Bergbaus sind inzwischen verschiedene Arbeitsgruppen und Institutionen befasst. So haben die Kommunen Völklingen und Großrosseln eine sog. „Regionale Strukturkonferenz“ auf den Weg gebracht, die in Arbeitsgruppen u.a. die Frage der Schaffung von Gewerbegebieten und neuer Arbeitsplätze, aber auch Überlegungen zur Nachnutzung der Flächen und Gebäude des Bergbau-Betreibers DSK / RAG zum Gegestand hat. Daneben wurde ein sog. „Warndt-Forum“ initiiert. In beiden Fällen wurde die Öffentlichkeit intensiv einbezogen und wurden erste Vorschläge eingebracht und diskutiert. Beide Vorhaben dauern noch an, Ergebnisse, die auch die Frage der Warndt- und Rosseltalbahn berühren, liegen noch nicht vor.

Chancen

Es ist von festzuhalten, dass die Chancen, die Bahnstrecke zu erhalten und einen schienengebundenen ÖPNV zu etablieren, verhältnismäßig gering sind, wenn nicht neue Maßnahmen ergriffen werden und ‚greifen’. Haupt-Problempunkt ist das Erreichen einer weitgehend ausgeglichenen Kosten-Nutzen-Bilanz, d. h. die Deckung der Kosten des laufenden Betriebs. Wenn es nicht gelingt, sicherzustellen, dass der laufende Betrieb sich über das Fahrgast- und / oder das Güteraufkommen einigermaßen ‚rechnet’ bzw. wenn erkennbar wird, dass mittelfristig eine entsprechende Rentabilität nicht erreicht wird, hat der Erhalt der Schienenstrecke kaum eine Chance. Es wäre unverantwortlich, aus nostalgischen oder ideologischen Gründen den Erhalt und ggf. den Ausbau der Warndt- und Rosseltalbahn durchzusetzen, um mittelfristig das Betreiber-Unternehmen bzw. Land und Kommunen auf den Kosten sitzen zu lassen.

Der Einzugsbereich der Warndt- und Rosseltalbahn im bestehenden Gleisnetz erscheint kaum hinreichend, einen schienengebundenen ÖPNV (neu) zu etablieren. Bei der Anbindung der Rosseltalstrecke an das französische Netz (über Emmersweiler nach Morsbach, d. h. den Neubau einer – zudem relativ kurzen – Teilstrecke) ergeben sich jedoch sowohl für einen Personenverkehr als auch den Güterverkehr neue Perspektiven. Es ist darüberhinaus vorstellbar, zu einem Transport-Mix dadurch zu kommen, dass im Bereich der jetzigen Tagesanlage Warndt bei Karlsbrunn vorzugsweise Betriebe angesiedelt werden, die die Schiene zum Transport ihrer Güter nutzen. Dies könnte ergänzt werden durch die Lösung, im Warndt eine überregional bedeutende freizeit-bezogene Einrichtung zu schaffen, die wiederum den ÖPNV stärkt.

Aus diesen Überlegungen leiten sich folgende konkreten Teilziele ab, zu der die Interessengemeinschaft ihren Beitrag leisten wird:

- Erhaltung der bestehenden Eisenbahnstrecke links der Saar über Saarbrücken – Gersweiler – Stangenmühle – Fenne – Fürstenhausen – Wehrden – Geislautern – Rotweg – Velsen – Großrosseln – Emmersweiler - Abzweig Karlsbrunn;

- (Wieder-)Öffnung dieser Strecke als ‚Warndt- und Rosseltalbahn’ für den schienengebundenen ÖPNV;

- (Neu-)Errichtung von Haltepunkten und Anbindung des straßengebundenen ÖPNV an die Haltepunkte des schienengebundenen ÖPNV sowie Einrichtung angebundener P&R-Möglichkeiten;

- Errichtung einer neuen Teilstrecke von Emmersweiler nach Morsbach zur Anbindung an das französische Eisenbahnnetz;

- Mitwirkung bei der Stärkung der Warndt-Region, insbesondere mit Bezug zur Nachnutzung der Tagesanlage Warndt, als Industrie- bzw. Fremdenverkehrs-Standort zur besseren Auslastung der Eisenbahnstrecken.

Zu Erreichung dieser Teilziele gilt es,

- Investoren für die Errichtung einer Betreibergesellschaft „Warndt- und Rosseltalbahn“ zu finden und zu bewirken, dass eine Gesellschaft die Warndt- und Rosseltalbahn in ihr Netz übernimmt;

- durch geeignete Maßnahmen das für einen kostendeckenden Betrieb notwendige Verkehrsaufkommen anzustreben, etwa durch Mitwirkung bei der Suche nach Investoren für eine produktive Nachnutzung der Tagesanlage Warndt und / oder für die Errichtung eines attraktiven freizeit-bezogenen Projekts zur Stärkung des Tourismus.

Nächste Schritte

In Gesprächen mit Verantwortlichen der Landes- und Kommunalpolitik und mit Unternehmen im Verkehrsbereich wird die Interessengemeinschaft ihre Konzepte und Lösungsansätze vorstellen mit dem Ziel, zumindest für das Jahr 2006 eine negative Entwicklung (Rückbau der Strecke …) zu verhindern

Die Verantwortlichen werden aufgefordert, in diesem Zeitraum auf der Grundlage aller relevanten Fakten Machbarkeitsstudien durchzuführen und die relevanten Eckwerte zu ermitteln und offenzulegen, die dann gemeinsam diskutiert und den weiteren Entscheidungen zugrundegelegt werden.

Die Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn wird ihrerseits alles daran setzen, die Öffentlichkeit dafür zu gewinnen, dass sie die IG WRB bei ihren Bestrebungen unterstützt, die Schienenstrecke zu erhalten und auszubauen.

Es muss alles Erdenkliche getan werden, um der durch die Auswirkungen des Bergbaus in den letzten Jahrzehnten stark strapazierten Bevölkerung und den hier ansässigen Unternehmen neue Chancen der Prosperität zu eröffnen. Erhalt und Ausbau des schienengebundenen Verkehrs im Warndt und Rosseltal sind daher mehr als ein Signal – sie sind überlebenswichtig.

Angesichts der wachsenden Kosten insbesondere im Individualverkehr steht es zudem außer Zweifel, dass eine S-Bahn-artige Anbindung der Orte links der Saar ab Saarbrücken über die Warndt- und Rosseltalbahn eine große Zukunft hat. Die Weichen dazu werden (bildlich wie real gesprochen) im Jahr 2006 gestellt. Eile, aber auch Besonnenheit tun jetzt Not.

- Stand: 15.1.2006; wird forgesetzt -

 

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